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Lebensweg 2. Wachsen
Erinnerungsgarten: Lebensweg

2. Wachsen

Auch wenn man am Gras zieht, wächst es nicht schneller.
Afrikanisches Sprichwort

Der Text wird Charlie Chaplin zugeschrieben,
der es an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959 vorgetragen haben soll.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist - von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, das nennt sich VERTRAUEN!

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif noch der Mensch dazu bereit war und auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß ich, das nennt sich SELBSTACHTUNG!

Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, das nennt man AUTHENTISCH-SEIN!

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE!

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben, und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT!

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“, aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE!

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer Recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt, das nennt man DEMUT (EINFACH-SEIN)!

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo alles stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT (VOLLKOMMENHEIT)!

Als ich mich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstandeinen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT!

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Pro­ble­men mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manch­mal aufeinander und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich, das ist dasLEBEN!

Auf meinem Weg zum Arbeitsplatz komme ich an weitläufigen Wiesen- und Feldern vorüber. Eine frei, geradezu einsam stehende, großgewachsene Eiche weckt regelmäßig meine grenzenlose Faszination. Sie konnte sich im Wachsen in allen Himmelrichtungen unbegrenzt und gleichmäßig entfalten. Ihre Baumkrone ist regelmäßig, formschön und anmutig. Man spürt geradezu, wie frei sie atmen kann. Vielleicht ist sie manchmal einsam, man weiß es nicht.

Vor Hamburgs Toren liegt das Alte Land mit großen Obstanbauflächen.  Die Obstbauern wissen, wie ein Apfelbaum am besten geschnitten werden muss, damit die Ernte an Früchten optimal ausfällt. In den ersten Jahren erhält der Baum einen Erziehungsschnitt, immer wieder entfernt man die schwachen Triebe und fördert das Aussprossen der Fruchttriebe, um den Ertrag zu steigern. Zur Obsternte trägt ein solcher Apfelbaum oft schwer an seinen Früchten, manchmal drohen die Äste unter der Last zu brechen, sie brauchen Stützen. Die Äpfel schmecken wunderbar, aber geht es dem Baum auch gut?

Zum Wachsen, Gedeihen, Früchtetragen und zur Ausstrahlung braucht ein Baum einen guten Standort, eine passende, nährstoffreiche Bodenqualität, Licht, Regen und Wärme, gute Bedingungen, vielleicht auch einen korrigierenden Schnitt, um Raum zu schaffen - ich glaube auch: Zuwendung und Freiheit.

Gabriele Heuschert

Erinnerungsgarten - Naturraum der Stille
Lageplan: Erinnerungsgarten - Naturraum der Stille, Friedhof Langenbek (Langenbeker Friedhofsweg 6, 21079 Hamburg)
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