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Jede Trauer ist anderes

Es gibt kein richtiges oder falsches Trauern
Jede Trauer ist anders

Trauerarbeit
Jede Trauer ist anderes

Foto: Sabine Langner
Foto: Sabine Langner

Der Verlust eines nahen Angehörigen, eines geliebten Menschen, stürzt uns in Tiefen, in Einsamkeit und Verzweiflung, die wir vorher so nicht kannten. Vielleicht liegt der Tod Ihres Angehörigen oder Freundes erst kurze Zeit zurück, und möglicherweise lehnt sich alles in Ihnen gegen den Verlust auf. Sie können und wollen es noch gar nicht wahrhaben.

Oder die lange Pflege, der Tod, die Beerdigung liegen hinter Ihnen. Sie dachten vielleicht, das Schwerste hinter sich zu haben. Aber nun verstehen Sie erst wirklich, was geschehen ist, stürzen in Verzweiflung und große Erschöpfung.  Oder aber der Verlust liegt schon Wochen und Monate hinter Ihnen, die ersten großen Schmerzen sind vorüber, aber immer wieder kommen Wellen der Trauer, vielleicht der Wut und Verzweiflung, manchmal ganz plötzlich und unerwartet, und Sie fragen sich, ob denn das noch normal sei.

Jeder wird die Erlebnisse, die durch Sterben und Tod ausgelöst werden, unterschiedlich erleben und mit der Erschütterung anders umgehen. Dem einen ist es eine Hilfe, gleich wieder zu arbeiten, sich in Aktivitäten zu stürzen, dem anderen ist dies unmöglich. Er ist wie gelähmt.

Es gibt kein richtiges oder falsches Trauern. So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich wird ihre Trauer sein. Jeder darf so trauern, wie es für ihn möglich ist. Der eine mag die Geselligkeit brauchen, der andere ist lieber allein. Der eine räumt die Wohnung um, der andere lässt alles, wie es ist. Der eine findet Trost in der Musik, dem anderen ist sie, die früher so hilfreich war, nur ein belastendes Geräusch.

Dies sind nur ein paar Beispiele dafür, dass jeder Trauernde seinen eigenen Weg geht. Jede Trauer ist anders und auch wenn Menschen nach außen hin gar keine Trauer zeigen, heißt das nicht, dass sie nicht auf ihre Art trauern, das hat nichts mit Härte oder Gefühlskälte zu tun.

Trauer ist eine normale Reaktion, ein Bemühen der Seele, das Geschehene zu begreifen.
Dafür braucht jeder seine eigene Zeit. Auch hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Dort, wo wir uns erlauben, Zeit zu haben, können sich die Dinge langsam wandeln. „Wie lange werde ich noch trauern? Solange, wie ich die Trauer brauche.“ (Rainer Haak) Nur dann kann der Schmerz des Verlustes sich wandeln in etwas Hilfreiches und Tröstliches und es kann ein Gefühl der Dankbarkeit dafür entstehen, dass der Andere einen Teil des Lebensweges mit uns gegangen ist.

Auf das Loslassen möchte ich hier nicht eingehen. Vielmehr möchte ich noch auf die Liebe eingehen.  Unsere Trauer zeigt uns, wie sehr wir den Verstorbenen geliebt haben und immer noch lieben. Die Trauer hilft uns, diese Liebe zu verändern in  eine neue innere Beziehung, ihr eine neue Ausdrucksweise zu geben.

Was bleibt, ist die Liebe. Da ist ein Land der Lebenden
und der Toten, und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe - das einzig Bleibende,
der einzige Sinn. (Thornton Wilder)

Zwar kann die Liebe nicht mehr konkret gelebt werden, aber sie geht nicht ins Leere. Der Verstorbene bleibt eine wichtige, geliebte Person im Leben des Hinterbliebenen. Er gehört auch weiterhin zu und, zu unserer Familie, zu unserem Leben.

Dieses Miteinander-Verbunden-Weiterleben ist in Ordnung und hilft uns, weiterzuleben und mit unserer Trauer umzugehen.

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