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Ehrenamtliche erzählen

Petra Husmann

Mir fehlt ein „E“!

Petra Husmann
Petra Husmann

Meine Begleitung hat viel Spaß beim Scrabblespielen. Dies erfuhr ich gleich zu Beginn. Um nicht wie ein absoluter Anfänger dazustehen, habe ich mir erst einmal eine Trainings-APP auf mein Handy geladen.

Frau S. und ich verabredeten uns für unser 1. Treffen zu einem Spaziergang. Dies war ihr großer Wunsch. Es schauten mich zwei erwartungsvolle Augen freundlich an. Eine Mütze und ein Mundschutz (ist ja Pflicht) verbargen ihr Gesicht.

Die Sonne strahlte vom Himmel und das Licht erschien plötzlich viel heller und freundlicher als vorher. Wir führten eine lebhafte Unterhaltung, um uns näher kennenzulernen. Sie erzählte mir von ihrer Krankheit, ihrer Familie, ihren Reisen und ihrem Leben. Es ist schon ein sehr emotionaler Moment, soviel von jemandem zu erfahren, den man vorher noch nicht kannte. Natürlich wollte sie auch einige persönliche Dinge über mich wissen.

Es freute mich sehr zu hören, dass ihre beiden Töchter und Enkelkinder sie am Wochenende regelmäßig besuchen, um etwas gemeinsam zu unternehmen oder zu Weihnachten ein Pfefferkuchenhaus zu bauen oder auch den Schnee zu genießen. Ich spürte, wie es ihr Herz erfüllte.

Umso schöner war für mich ihre Aussage beim letzten Treffen, wie sehr sie sich darauf freut, wenn wir uns innerhalb der Woche sehen. Bei unseren folgenden Treffen unterhielten wir uns viel über die Natur, Städte, Sehenswürdigkeiten. Seitdem geht es ihr psychisch besser und die Behandlungen kann sie auch besser vertragen. Besteht da ein Zusammenhang?

Bei unseren nächsten Treffen konnten wir bei Sonnenschein spazieren gehen oder uns bei schlechtem Wetter in ihrem gemütlichen Zuhause bei Kaffee und Keksen treffen und uns unterhalten, Fotoalben anschauen oder ihr geliebtes Scrabble spielen. Beim nächsten Mal werde ich mein Lieblingsspiel mitbringen.

Ihr Kater leistet uns oft dabei Gesellschaft und hat immer großes Interesse an meiner Handtasche. Mit ihm sind wir auch bei starkem Schneetreiben zum Tierarzt zum Impfen gefahren. Er hat es mir nicht übel genommen.

Frau S. vermeidet ein Gespräch über ihre Erkrankung, sicher um abgelenkt zu werden. Anfangs habe ich ihr noch ein paar Tipps gegeben, die sie auch wahrgenommen hat.

Ich bin sehr glücklich, für Menschen in so schweren Zeiten da sein zu können, auch unter diesen erschwerten Bedingungen. Es ist für mich eine so erfüllende und herzerwärmende Aufgabe, und ich bin sehr dankbar, diese Entscheidung getroffen zu haben, Zeit und Zuwendung zu verschenken.

ihr geliebtes Scrabble spielen
Bei schlechtem Wetter ihr geliebtes Scrabble spielen

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