Sterbebegleitung in Harburg

Jahresbericht Mai 2016 - April 2017
(Leicht gekürzte und redigierte Fassung des Vortrags der Vorstandsvorsitzenden Dr. Heuschert vom 10. Mai 2017)


Das vergangene Vereinsjahr 2016/17 stand unter den Vorzeichen „15-jähriges Jubiläum" und „Umzug des Vereinsbüros" . Wegen der Abrissarbeiten auf dem Gelände der Helios Mariahilf Klinik und der damit verbundenen schwierigen Zugänglichkeit unseres Büros in der Villa Meyer erhielten wir im August 2016 die Kündigung. Glücklicherweise fanden wir sehr schnell neue Büroräume in der Schwarzenbergstrasse 81, Nähe TUHH, hell und freundlich, barrierefrei und zentral in Harburg gut erreichbar. Bei der Renovierung waren zahlreiche, freiwillige Helfer am Start und ermöglichten gemeinsam mit professioneller Hilfe einen reibungslosen Umzug. Seit April 2017 steht uns zusätzlich zum Büro ein neuer ca.40 m2 großer Seminarraum für Aus- und Fortbildungen sowie Vortragsveranstaltungen zur Verfügung, der sich direkt an die Büroräume anschließt. Auch wenn der Verein eine deutlich höhere Miete zu tragen hat, sind die neuen Räumlichkeiten ein sehr großer Gewinn für die tägliche Arbeit. Im Rahmen eines Tages der offenen Tür im Januar 2017 feierten wir bei einem kleinen Umtrunk mit Vereins- und Fördermitgliedern, Gästen und Nachbarn die Einweihung unseres neuen Büros. Kosten im Zusammenhang mit dem Umzug ließen sich natürlich nicht vermeiden, aber dank unserer Förderer und Sponsoren ließen sich notwendige Ausgaben für z.B: neue Stühle, Büroschild, Leinwand und Beamer usw. realisieren. Der Umzugsunternehmer machte uns dankenswerterweise einen sehr fairen Preis für den dann reibungslos funktionierenden Umzug.

Seit November 2016 haben wir ein neues Vereins-Auto, einen Fiat Panda, für den wir auf dem Parkplatz hinter dem Büro einen eigenen Stellplatz angemietet haben.

In der ersten Jahreshälfte 2016 fiel eine unserer Koordinatorinnen nach einem schweren Fahrradunfall aus, sodass die gesamte Arbeit auf den Schultern einer einzigen Koordinatorin lastete. Glücklicherweise fanden sich aber immer wieder ehrenamtliche Mitarbeiter, die besonders in Urlaubszeiten über Versorgungslücken hinweg halfen. Einen herzlichen Dank an alle Helfer.

Seit der Mitgliederversammlung im April 2016 hat der Vorstand 10x getagt. Wir hatten 2 Benefizveranstaltungen (Benefizmatinee mit Sandra Keck und befreundeten Künstlern im Helms Saal am 16.10.2016 im Rahmen der Hamburger Hospizwoche, Klavierkonzert mit Alexander Krichel im Helms Saal am 12.2.2017 gemeinsam mit dem DRK Hospiz und dem Rotary Club Harburg). Im Rahmen der Hamburger Hospizwoche gestalteten wir mit dem DRK Hospiz und dem Kirchenkreis Ost einen Filmabend mit dem Film „Wie im Himmel" mit einer Mitsing-Aktion „Musik ist Leben“, geleitet von unserem Schirmherrn Professor Rauhe und Chorleiter der GSH Peter Schuldt im Speicher am Kaufhauskanal. Ebenfalls zusammen mit dem DRK gestalteten wir am 28.2.2017 einen literarischen Abend mit Podiumsdiskussion mit Prof.Anneli Keil und Henning Scherf, den Autoren des Buches „Das letzte Tabu". An der NDR-Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland" während der Adventszeit haben 4 unserer ehrenamtlichen Hospizbegleiter/innen aktiv an Radio- und Fernsehbeiträgen teilgenommen. Wir erhielten die positive Rückmeldung, dass der Hospizverein Hamburger Süden der „aktivste ambulante Hospizdienst" in Hamburg war, dessen Beteiligung von Ehrenamtlichen am größten war. Ein schönes Lob vom NDR an unsere Ehrenamtlichen!

Unser Schwerpunkt liegt weiterhin in der ambulanten, häuslichen Hospizbegleitung, aber auch zunehmend in der Zusammenarbeit mit stationären Pflegeeinrichtungen, dem Zuhause vieler älterer Menschen. Dem Rechnung tragend schlossen wir Kooperationsverträge mit drei Pflegeeinrichtungen in der Region, weitere sind in Arbeit. Vorträge zur Präsentation unserer Vereinsarbeit hielten wir im durchschnittlich 1x/Monat, zeitweise sogar 2-4x/Monat in verschiedenen Pflegeeinrichtungen. Schulungen von Pflegenden zur Hospizarbeit fanden durchschnittlich 5x/Jahr statt. Außerdem nehmen Pflegende aus einer Pflegeeinrichtung sogar an unserem aktuellen Ausbildungskurs zum/zur ehrenamtlichen Hospizhelfer/in teil.

Auch mit unserem Informationsstand waren wir wieder unterwegs, um Hospizarbeit z.B. bei der „Aktivoli-Freiwilligenbörse“, bei „Neugraben erleben", beim „Markt der Möglichkeiten“ am Welthospiztag und bei den „Seniorentagen am Kiekeberg“ vorzustellen.

Nach mehreren Wechseln in der Leitung unseres Trauer-Malkurses konnten wir in diesem Frühjahr eine neue „Kreativkraft“ gewinnen. Ab Juni 2017 wird der Kurs „Neues kreativ erleben“ von Frau Gabi Haramina geführt. Sie arbeitet im Bereich Produkt-und Kommunikationsdesign und studiert berufsbegleitend kunstanaloges Coaching, um Menschen in Veränderungsprozessen zu begleiten. Weitere ständige Angebote für Trauernde sind jeweils einmal im Monat Trauertreff in Neuwiedenthal und Trauercafé in Sinstorf. Für die moderierte Trauergruppe unter der Leitung unserer Trauerbegleiterin besteht unverändert und fortlaufend eine große Nachfrage.

Der diesjähriger Ausbildungskurs zum/zur ehrenamtlichen Hospizhelfer/in hat 14 Teilnehmer/innen, darunter 4 Herren. Sie werden unsere Gruppe an aktiven Ehrenamtlichen bei der Arbeit an den verschiedenen o.g. Orten verstärken. Das ist auch dringend nötig, da die Zahl der Begleitungen sich im Vergleich zum Vorjahr erfreulicherweise weiter gesteigert haben. Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass ja auch ehrenamtliche Begleitungen im stationären Hospiz von uns geleistet werden.

Neben den Begleitungen wird unser Büro für Beratungsgespräche sehr stark in Anspruch genommen. Häufige Fragen sind u.a.: „Wie komme ich ins Hospiz?“ „Wer kommt ins Hospiz?“ „Wer kann wie und wo helfen?“ Außerdem waren in 2016 ca. 20% der Erstbesuche unserer Koordinatorinnen bei Schwerstkranken reine Beratungsleistungen. Eine ambulante Hospizbegleitung erfolgte nicht mehr. Auch unser Notfalltelefon kommt immer mal wieder zum Einsatz, wenn die häusliche Versorgung durch andere Hilfsangebote nicht ausreicht.

Die neuen Rahmenvereinbarungen zur Förderung der ambulanten Hospizarbeit durch die Krankenkassen sind seit März 2016 in Kraft. Sie stellen eine erhebliche Verbesserung der finanziellen Situation der Hospizdienste dar. So werden nun auch Sachkosten wie z.B. Fahrtkosten zu den Begleitungen, Büroausgaben und Betriebskosten für den PKW erstattet. Außerdem können Begleitungen in Krankenhäusern refinanziert werden. Andererseits darf nicht unerwähnt bleiben, dass es sich trotzdem weiterhin nicht um eine Gesamtfinanzierung der Hospizarbeit unseres Vereins handelt. Zum Beispiel müssen alle Trauerangebote, Öffentlichkeitsarbeit uvm. aus Spendenmitteln bestritten werden. So freut es uns sehr, dass wir in 2016 fünf neue Fördermitglieder begrüßen konnten.

Unsere Zukunftsperspektive: Vor allem möchten wir die Kooperationen mit stationären Seniorenwohneinrichtungen erweitern. Hierbei sind wir auf einem guten Weg. Wir wollen mehr Interesse in der Öffentlichkeit für das Thema „ambulante Sterbebegleitung" wecken und Menschen gewinnen, die im Verein aktiv mitarbeiten. Hierzu wird am 16.10.2017 in der Hospizwoche ein Informationsabend zur Ausbildung und Mitarbeit im Hospizverein stattfinden. Ein weiteres Vereinsziel war die Erstellung eines QM-Handbuchs für die Vereinsarbeit. Es steht ab Mai 2017 im Büro zur Verfügung und wird nach weiteren Korrekturen und Ergänzungen auch auf unserer Homepage abrufbar sein.

Ich danke allen für Ihre Unterstützung und Mitarbeit!

Gabriele Heuschert